Parallelkompensation - Zukunftsweisende Technik
Die Blindleistung wird in Deutschland, der Schweiz und in Österreich überwiegend durch Leuchten in kapazitiver bzw. Duoschaltung kompensiert. Die Blindleistung wird verursacht durch induktive Vorschaltgeräte bei Entladungslampen. Die seit dem 21.05.2002 wirksame EU-Vorschaltgeräterichtlinie schafft die Voraussetzung, dass technische Leuchten parallel kompensiert werden können.
Vorheizströme und Betriebsströme von Entladungslampen müssen durch Vorschaltgeräte begrenzt werden. Heute stehen zum einen induktive Vorschaltgeräte (KVG, VVG) und zum anderen elektronische Vorschaltgeräte zur Verfügung, die einen besonders energiesparenden Betrieb ermöglichen.
Während elektronische Vorschaltgeräte durch einen hohen Leistungsfaktor (Verhältnis von Wirk- zu Scheinleistung) von annähernd 1 gekennzeichnet sind, verursachen induktive Vorschaltgeräte nennenswerte induktive Blindleistungsanteile. Der Leistungsfaktor kann abhängig von der Lampenleistung Werte von 0,3 bis 0,5 annehmen.
Blindströme belasten Transformatoren, Leistungen, Sicherungen, Schalter usw. und erhöhen die Verlustleistungen im gesamten Versorgungssystem. Betreiber von Beleuchtungsanlagen sind daher ebenso wie Energieversorgungsunternehmen (EVU) an einer Begrenzung der Blindleistung interessiert.
Induktive Blindleistung lässt sich durch Kompensationsmaßnahmen vermeiden bzw. erheblich vermindern. Hierzu setzt man zusätzliche Kondensatoren ein, die kapazitive Blindleistung liefern. Bei richtiger Dimensionierung der Kondensatoren heben sich induktive und kapazitive Blindleistung auf. Je nach Schaltungsart der Kondensatoren unterscheidet man bei Leuchten mit induktiven Vorschaltgeräten zwischen Duoschaltung und Parallelkompensation.
Duoschaltung
Eine Duoschaltung entsteht durch Zusammenschalten eines induktiven und eines kapazitiven Lampenkreises. Der induktive Lampenkreis besteht aus Vorschaltgerät, Lampe und Schalter. Der kapazitive Lampenkreis verfügt zusätzlich über einen Kondensator, der in Reihe mit dem Vorschaltgerät geschaltet ist. Der kapazitive Lampenkreis nimmt Blindleistung auf, die der induktiven entgegenwirkt.
Durch die Zusammenschaltung jeweils eines induktiven und eines kapazitiven Lampenkreises wird die Blindleistung kompensiert – das Prinzip der Duoschaltung. Reihenkondensatoren können in einer Beleuchtungsanlage z.B. nur bei jedem zweiten Vorschaltgerät vorgesehen werden. Sie müssen besonders spannungsfest ausgelegt sein, denn die anliegende Spannung ist höher als die Netzspannung.
Parallelkompensation
Bei der Parallelkompensation wird jedem Lampenkreis ein netzparallel geschalteter Kondensator zugeordnet. Bei mehrlampigen Leuchten kann die Parallelkompensation auch durch einen entsprechend größeren Kondensator erfolgen. Der Kondensator ist auf Netzspannung auszulegen.
Vorteile für Betreiber von Beleuchtungsanlagen mit parallel kompensierten Leuchten:
- Europa einheitliche Kompensationsart
- Höhere Lebensdauer von Lampen durch bessere Elektrodenvorheizung
- Niedrigere Lampenersatzkosten und -entsorgungskosten durch höhere Lampenlebensdauer
- Längere Lebensdauer
- Schnelleres Startverhalten
- Energieeinsparung durch geringere Systemleistung
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