Wenn Frischluft Mangelware wird
Die Niedrigenergiebauweise und die moderne Gebäudesanierung reduzieren durch effektive Wärmedämmung den Heizenergieverbrauch auf ein absolutes Minimum. Weder durch Fugen noch durch Ritzen entweicht unkontrolliert Raumluft. Aufgrund der Energieeinsparverordnung (EnEv) von 2001 unterliegen Gebäude sehr hohen Dichtigkeitsanforderungen. Um trotzdem einen ausreichenden Mindestluftaustausch zu gewährleisten und das Wohlbefinden für die Menschen im Gebäude zu erhalten, werden kontrollierte Wohnraumlüftungssysteme angeboten.
Was sich auf den Energiehaushalt sehr positiv auswirkt, kann jedoch fatale Folgen für Mensch und Gebäude haben. In regelmäßig genutzten Wohnräumen eines Drei-Personen-Haushaltes können bis 10,8 Liter pro Tag anfallen. Wird diese Feuchtigkeit nicht abgeführt, kommt es zu Schäden am Gebäude wie z.B. Schwarzschimmel mit gesundheitlichen Risiken wie Allergien. Es muss also ausreichend (weder zu wenig noch zuviel) gelüftet werden.
Fünf gute Gründe für die Gebäudelüftung:
- Lärm, Staub und Pollen bleiben draußen
- Ständig frische Raumluft und Verringerung des Kohlendioxid-Anteils in allen Räumen
- Niedrige Raumluftfeuchte und damit Verhinderung von Schimmelbildung
- Geringe Verbreitung und Vermehrung von Hausstaubmilben
- Dämpfe und Dünste, wie z. B. vom Kochen oder vom Rauchen, werden abgesaugt
Hinzu kommt, dass sich die Raumluft sehr schnell verbraucht, und mit der rapide abnehmenden Luftqualität verschlechtert sich das Wohnklima. Erst regelmäßiges Lüften garantiert wirklich gesundes Wohnen und persönliches Wohlbefinden. Aber wie lüftet man richtig, ohne wertvolle Heizenergie zu verschwenden? Wer auf gesundes Raumklima Wert legt, hat mit der richtigen und regelmäßigen Frischluftzufuhr alle Hände voll zu tun: Fenster öffnen – nicht zu lange, damit die wertvolle Heizenergie und der optimale Feuchtegrad der Raumluft erhalten bleibten. Fenster schließen – nicht zu früh, damit die Luft ausreichend erneuert wird.
Was der Mensch jedoch niemals können wird, leistet spielend leicht sein Lüftungsassistent. Das Lüftungssystem mit Wärmerückgewinnung ist der perfekte Helfer. Zu jeder Tages- und Nachtzeit sorgt er lautlos für das richtige Maß an frischer Luft und spart gleichzeitig wertvolle Heizkosten.
Für die kontrollierte Gebäudelüftung bieten sich verschiedene Möglichkeiten an wie z.B. die Zentrale Lüftungsanlage:
Bei einer Zentralen Lüftungsanlage wird frische und kühle Außenluft angesaugt, durch einen Luftfilter gereinigt, dann über den Wärmetauscher angewärmt und den entsprechenden Räumen über das Rohrsystem und Zuluftventilen zugeführt. Die verbrauchte Luft wird über ein zweites Rohrsystem abgesaugt, gefiltert und über den Wärmetauscher ins Freie geführt. Dabei wird der größte Teil der in der Abluft enthaltenen Wärme über den Wärmetauscher an die Zuluft abgegeben. Der Luftausgleich von Zu- und Abluft im Gebäude erfolgt über Fugen oder Lüftungsgitter in den Türen. Der Vorteil dieses Systems liegt in der kontrollierten Zu- und Abluftführung, so dass hier auch eine Klimatisierung über einen Erdreichwärmetauscher (siehe Bild) vorgenommen werden kann. Durch die separate Verlegung der Zu- und Abluftleitungen ist dieses System mit einem höheren Aufwand verbunden.
Eine weitere Möglichkeit ist der Einbau eines Einrohrsystems, hier wird auf die Zuluftleitung verzichtet. Dieses System benötigt lediglich eine Abluftleitung.
Die frische und kühle Außenluft wird über das Zuluft-Element den entsprechenden Räumen wie Wohnzimmer, Schlafzimmer, Kinderzimmer usw. zugeführt. Die verbrauchte Luft wird über das Rohrsystem abgesaugt, gefiltert und über den Wärmetauscher ins Freie geführt. Der größte Teil der in der Abluft enthaltenen Wärme wird über den Wärmetauscher an das Brauchwassersystem abgegeben. Der Luftausgleich von Zu- und Abluft im Gebäude erfolgt wie vorher über Fugen oder Lüftungsgitter in den Türen. Hier liegt der wesentliche Vorteil in der Wärmerückgewinnung aus der Abluft, das für die Brauchwasser- oder Heizungswassererwärmung genutzt werden kann.
Die dritte Variante ist der Einbau einer Dezentralen Lüftungsanlage. Bei Dezentralen Lüftungsanlagen wird in jedem Raum ein einzelnes Wohnraumlüftungsgerät installiert. Hier wird frische und kühle Außenluft über die Wanddurchführung angesaugt, durch einen Luftfilter gereinigt, dann über den Wärmetauscher angewärmt und dem entsprechenden Raum zugeführt. Die verbrauchte Luft wird aus dem Raum gesaugt, gefiltert und über den Wärmetauscher ins Freie geführt. Je nach Gerätetype wird ein Teil der in der Abluft enthaltenen Wärme über den Wärmetauscher an die Zuluft abgegeben. Ein Luftausgleich von Zu- und Abluft im Gebäude ist nicht erforderlich, da dieser im jeweiligen Raum am Gerät erfolgt. Der Vorteil dieses Systems liegt in der einfachen Installationsmöglichkeit, da hier kein Luftführungssystem im gesamten Gebäude erforderlich ist.
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