Kommunikatonskabel für industrielle Anwendungen
Bei der Auswahl des richtigen Kommunikationskabels für den Einsatz in industriellen Umgebungen sind verschiedene Kriterien zu berücksichtigen. Neben den „raueren“ Umgebungsbedingungen wie z.B. Temperatur, Feuchtigkeit, Staub und Vibration werden für Industrieanwendungen die bereits bekannten Kabeltypen aus der „Office-Welt“ um einige spezielle Typen erweitert.
Bei den konventionellen Lichtwellenleiter-Kabeln werden für industrielle Anwendungen zwei weitere Varianten ergänzt. Die Kunststofffaser POF 980/1000 µm (Plastic Optical Fiber mit PMMA-Kern und PE- oder PA-Ummantelung) und die HCS-Faser 200/ 230 µm (High Cladded Silicia mit einem Kunststoffcladding und einem Tefzelbuffer) eignen sich ideal für den Feldeinsatz in rauen Umgebungen. Sie zeichnen sich durch ihre Robustheit gegenüber mechanischer Beeinflussung, durch thermische Standfestigkeit und relativ problemlose Konfektionierung vor Ort aus.
Wo immer eine leichte Bewegung der Kabel, Schleppkettenfähigkeit oder Roboterverlegung gefordert wird, finden die flexiblen Lichtwellenleiter POF und HCS ihre Anwendung. Kompromisse müssen jedoch bei der optischen Übertragungsqualität und somit bei der längenabhängigen Leistungsfähigkeit gemacht werden. Es gelten folgende Längenrestriktionen:
- POF: 50 m für 10 MBit/s, 35 m für 100 MBit/s
- HCS: bis zu 300 m
Bei den Kupferkabeln gibt es vom Kabelaufbau wenig Unterschiede zu den Standard-Office Kabeln. Die Kabelvariante, die zur Zeit hier vorrangig eingesetzt wird, sind Kabel der Kategorie 5 bzw. 5e. Erweitert wird die Palette der Kupferkabel einzig durch hochflexible Kabel für den Einsatz in Schleppketten. Diese Kabel sind sehr biegsam und mit einer Leiteranzahl 4x2 oder auch 4x1 (2x2) verfügbar.
Mit entscheidend für eine langfristige Nutzungsdauer der Datenkabel, egal ob Kupfer oder LWL ist die äussere Schutzhülle – der Kabelmantel. Bei der Wahl des richtigen Mantelwerkstoffes muss bei der Projektierung einer Verkabelung genauestens die Umgebung analysiert werden. Entsprechend den Anforderungen kann das Mantelmaterial nach dem Brandverhalten, der mechanischen Belastbarkeit usw. ausgewählt werden.
Alle Kupfer- und LWL-Datenleitungen können mit den beschriebenen Mantelwerkstoffen versehen werden und somit optimal an die Umgebung angepasst werden.
In Fällen, bei denen die in der obigen Tabelle genannten Grundwerkstoffe nicht eingesetzt werden können, müssen entweder mehrere Werkstoffe kombiniert (zwei oder mehrere Mäntel) oder es muss auf spezielle Werkstoffe ausgewichen werden, (z.B. wenn ein Kabel ölfest und halogenfrei/flammwidrig sein soll).
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